Antifa-Café am Freitag, 04.11.2011

Subkulturelle Farbenlehre: Die Grauzone

Rechte Lebenswelten zwischen Punk, OI, Hip-Hop und Böhsen Onkelz

Immerhin: “Gegen Nazis” sind viele, die sich in Subkulturen oder in der
Populärkultur bewegen – Frei.wild-Fans auf der Fußball-Fanmeile oder
auch OI-AnhängerInnen, die die Politik sowieso ablehnen. Doch jenseits
der White-Power-Rockmusik etablieren sich rechte Lebenswelten, für die
die Kategorie “Nazis” genauso wenig zutrifft wie das Label
“unpolitisch”. Sie sind irgendwo dazwischen, in der Grauzone. Diese
Grauzone reicht weit hinein in “alternative” Szenen und bedeutet einen
zunehmenden Raumverlust für linke, emanzipatorische Ideen.

Die Veranstaltung wird den folgenden Fragen nachgehen: Wo beginnt die
Grauzone, wo hört sie auf? Wieso erlebt sie heute Dynamik? Und was sind
eigentliche “rechte Lebenswelten”?

Entsprechende Strömungen im Punk, OI, Hardcore, Metal und Hip-Hop sind
ebenso Thema wie die Popkultur von Böhse Onkelz und Frei.wild. Zum Einen
wird anhand von Beispielen aufgezeigt, wie eng manch „unpolitische“
KünstlerInnen aus der Grauzone mit extrem rechten Milieus verwoben sind.
Zum Anderen gibt es unappetitliche Einblicke in reaktionäre
Männerwelten, spießbürgerliche Rebellionsphantasien und Wertebilder, die
auf Ballermannpartys und in Bildzeitungs-Leserbriefen wahrlich besser
aufgehoben wären als in links codierten Szenen.

Hafen-Vokü in der Hafenstraße 116
geöffnet ab 19 Uhr; Veranstaltungsbeginn 20 Uhr