Antifa-Café im September

Freitag, 03.09. – geöffnet ab 19:00, Veranstaltungsbeginn 20:00 Uhr
Hafen-VoKü, Hafenstrasse 116, 20359 Hamburg

Der Tofu-Club bereitet exquisite Lasagne zu.

Der Bund der Vertriebenen (BdV) ist seit Jahren der Taktgeber in einer nationalen Erinnerungsoffensive. Unter dem Vorsitz von Erika Steinbach konnte dieser sein revanchistisches Image abstreifen und an Reputation gewinnen. Es gelang ihm seine Deutung der ‚Vertreibungen‘ in der Mitte der Gesellschaft zu etablieren, obwohl auch unter Steinbach weiterhin eine Analogisierung mit dem Holocaust betrieben wird. Mit Begriffen wie ‚Völkermord‘ und ‚Todesmarsch‘ wird dabei sprachlich eine Nähe zur NS-Vernichtungspolitik hergestellt. Die ‚Vertriebenen‘ werden kollektiv als „letzte Opfer des Krieges“ stilisiert, wobei Kontext und Vorgeschichte – die aggressive Minderheitenpolitik des Deutschen Reiches, der Vernichtungskrieg und die Besatzungspolitik der Deutschen – ausgeblendet werden. Mit der Schaffung eines Erinnerungsortes (dem Zentrum gegen Vertreibungen) soll diese entkontextualisierte und revanchistische Perspektive auf die „Vertreibung der Deutschen“ zementiert werden.

Im Frühjahr 2009 sollte ein wissenschaftliches Symposium im Deutschen Historischen Museum in Berlin unter der Schirmherrschaft der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung stattfinden. Mit dem Ziel hierzu eine Gegenöffentlichkeit zu schaffen, organisierte der Arbeitskreis Geschichtspolitische Interventionen (AGI) im Juni 2009 eine Podiumsdiskussion, zu der zum Thema kritisch arbeitende HistorikerInnen eingeladen worden waren.
In der Broschüre „Jenseits von Steinbach“ faßt der AGI Beiträge dieser Veranstaltung zusammen und thematisiert u.a. den BdV und die Arbeitsweise der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung. Das Antifa-Café hat einen Referenten des AGI zum Thema eingeladen, um dem jährlich im September begangenen „Tag der Heimat“ einen kritischen Kontrapunkt entgegenzusetzen.

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